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Der Anschluss mehrerer Arbeitsplatzrechner in einer
Peer-To-Peer-Architektur (also ohne Windows-Domänencontroller),
gestaltet sich genauso einfach, wie der Anschluss eines einzelnen PC's.
Die Situation in einem Peer-To-Peer-Netzwerk stellt sich folgendermassen dar: 
Ein
DSL-Router dient der Einwahl ins Internet. Der im Beispiel gezeigte
Switch ist meistens bereits im Router integriert (typisch nur 4 Ports).
Reichen die Ports des DSL-Routers (wie im Beispiel) nicht aus, kann ein
zusätzlicher Switch per Patchkabel hinzugefügt werden. Es empfiehlt
sich, einen Switch mit möglichst vielen Ports (z.B. 16 Ports)
einzusetzen, um zukünftige Erweiterungen abzudecken. Die Anbindung kann
ausschliesslich über einen Provider erfolgen (Telekom, 1&1, Strato,
Arcor usw.). Bei der Beantragung des DSL-Anschlusses kann in den
meisten Fällen der DSL-Router zu einem sehr günstigen Preis mitbestellt
werden (siehe Kosten eines DSL-Zugangs http://www.kriwanek.de/content/view/77/58/). Das gezeigte Beispiel geht davon aus, dass die Rechneradressen statisch (nicht per DHCP) zugewiesen werden. Fünf Arbeitsplatzrechner mit den Namen 'WXP01' bis 'WXP05' sollen über den DSL-Router Zugang zum Internet erhalten. Im lokalen Netzwerk befindet sich zusätzlich ein Fileserver 'FS01'
, auf dem sich Dateien und Unterlagen befinden, die von allen
Workstation-Benutzern gemeinsam verwendet werden sollen. Auf dem
Fileserver sollte ein leistungsfähiges Server-Betriebssystem Windows
2000 oder Windows 2003 installiert werden. Bis maximal 10
Client-Verbindungen kann auch Windows XP Professional verwendet werden.
Wenn Ihr LAN über diesen Wert hinaus ausgebaut werden soll, empfiehlt
sich gleich der Einsatz von Windows 2000 oder 2003, da ein Upgrade von
Windows XP auf die Server-Betriebssysteme nicht möglich ist und einen
komplexen Datenumzug erfordert. Nach Freischaltung des
DSL-Zugangs und Installation von Splitter und DSL-Router
müssen alle Computer mit Switch und DSL-Router
über Patchkabel (Twisted Pair, RJ45-Stecker) sternförmig verbunden
werden. Ausser der Installation der Hardware, die unter der Sektion 'Internet' ausführlich erklärt ist, müssen alle Rechner für das Netzwerk richtig konfiguriert werden. Um eine korrekte Funktion zu ermöglichen, müssendie Rechner eindeutige IP-Adressen zugewiesen bekommen.
Adressbereich auswählen
Die Adressbereiche in lokalen Netzwerken (LAN) müssen nach RFC 1597 festgelegt werden, damit interner Netzwerkverkehr nicht ins Internet geroutet werden kann: | Adressen | Klasse | Netze | Hosts pro Netz | | 10.0.0.0 - 10.255.255.255 | Class A | 1 | 16.277.214 | | 172.16.0.0 - 172.16.255.255 | Class B | 16 | 65.534 | | 192.168.0.0 - 192.268.255.255 | Class C | 255 | 254 |
Nur
so ist eine Abschottung des LANs zum Internet möglich! Prinzipiell kann
jeder der drei Bereiche zum Einsatz kommen. Die käuflichen DSL-Router
sind aber fast immer in ihrer Werkseinstellung auf das Netz 192.168.0.0
konfiguriert und belegen dort die IP-Adresse 192.168.0.1 (manchmal
192.168.0.254). Damit man den DSL-Router per Weboberfläche
konfigurieren kann, muss der Rechner im selben Subnetz liegen. Aus
diesem Grund wählen wir das Subnetz 192.0.0 für unser LAN aus. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass der Router die Adresse 192.168.0.1 belegt. Für den Anschluss von Rechnern im LAN stehen damit die Adressen 192.168.0.2 bis 192.168.0.254 zur Verfügung: 
Da
es sein kann, dass das LAN um weitere Netzwerkgeräte (ISDN-Router,
zweiter DSL-Router) erweitert wird, reserviert man die Adressen
192.168.0.2 bis 192.168.0.9 für diese Geräte. Unser Rechner 'WXP01' bis 'WXP05'
erhalten die Adressen 192.168.0.10 bis 192.168.0.14. Dies ist
gängige Praxis, um Subnetze sauber zu strukturieren - man reserviert
gewisse Adressblöcke für Netzwerkgeräte, Server und Workstations. Es
ist keine Pflicht, schadet aber auch nicht, ein neues Netzwerk sauber
zu planen und aufzubauen. Den Fileserver 'FS01' versorgt man mit der IP-Adresse 192.168.0.254 vom Ende des Adressbereiches. Gute
Praxis ist es auch, jetzt einen Netzwerkplan anzulegen, in den man die
einzelnen Geräte und Rechner einträgt. Dies kann in Form
handschriftlicher Aufzeichnungen oder eines Excel-Sheets erfolgen. Auch
eine kleine Zeichnung (wie im Beispiel) bietet sich an. Hierzu kann man
z.B. Microsoft Visio verwenden.
IP-Adressen an allen Rechnern konfigurieren
Aus den Planungen für das Netzwerk sind für alle Rechner 'WXP01' bis 'WXP05' und 'FS01' vier gemeinsame Informationen für die TCP/IP-Konfiguration verfügbar: - IP-Adresse 192.168.0.10 bis 192.168.0.14 und 192.168.0.254 (Fileserver)
- Subnetzmaske 255.255.255.0
- Default-Gateway 192.168.0.1
- DNS-Server 192.168.0.1
Der
Default-Gateway ist immer der Standard-Router, der in andere IP-Netze
führt, im Beispiel der DSL-Router. Als DNS-Server trägt man ebenfalls
den DSL-Router ein, weil die modernen Geräte automatisch die DNS-Server
des Providers ermitteln und interne Anfragen aus dem LAN an diese
weiterleiten. Für alle Rechner im LAN sind die folgenden
Konfigurationsschritte zu wiederholen, wobei jeweils die richtige
IP-Adresse zu verwenden ist. Der nachfolgende Ablauf wird für den
Rechner 'WXP01' gezeigt. Bei Windows XP werden Netzwerkverbindungen über Rechtsklick auf die Netzwerkumgebung konfiguriert: 
Im Kontextmenü ist 'Eigenschaften' auszuwählen: 
Es werden alle LAN-Verbindungen des Rechners angezeigt. Die zu konfigurierende Verbindung ist mit der Maus doppelzuklicken: 
Im sich öffnenden Protokollfenster ist das TCP/IP-Protokoll zu markieren und der Button 'Eigenschaften' zu klicken: 
Die geplanten Werte sind im Register 'IP-Einstellungen' --> 'Allgemein' einzutragen: 
Im
Register 'DNS' ist noch der DSL-Router als DNS-Server einzutragen. Der
Rechner erhält noch einen DNS-Suffix, z.B. 'testnetz.local': 
Durch Klick auf den 'OK'-Button weden die Eingaben gespeichert, es wird kein Reboot benötigt.
DSL-Router konfigurieren
Per
Webbrowser ist nun der DSL-Router zu konfigurieren. Dazu den
Internetexplorer öffnen und als Ziel-URL 'http://192.168.0.1' eingeben.
Das Konfigurationsfenster öffnet sich. Die Oberfläche ist bei jedem
Router etwas anders gestaltet, es müssen jedoch folgende Menüpunkte
konfiguriert werden: - Benutzernamen für DSL-Einwahl (vom Provider festgelegt)
- Passwort für DSL-Einwahl (vom Provider festgelegt)
- DNS-Server automatisch ermitteln - aktivieren
- DHCP-Server - deaktivieren
Netzwerktest
Jetzt
kann man an jedem der Rechner (auch am Fileserver) den Internet-Browser
aufrufen und eine URL im Web eingeben. Wenn die Webseite erscheint, ist
alles in Ordnung. Wenn es Probleme gibt, sollte man strukturierter
testen: - ping an 127.0.0.1 (Loopback-LAN-Karte)
- ping an 192.168.0.10-14 bei den Workstations, 192.168.0.254 beim Fileserver
- ping an 192.168.0.1 (DSL-Router)
- nslookup www.microsoft.com (testet DNS-Fähigkeiten)
Wenn
es nicht sofort läuft, Ruhe bewahren! Meist handelt es sich um einen
kleinen Zahlendreher bei der Eingabe. Alles nochmals überprüfen und
testen. Wenn die Einwahl des Routers ins Internet nicht klappt, ist
Vorsicht geboten. Hat man bei der Routerkonfiguration ein falsches
Passwort eingegeben und macht zuviele Tests, wird vom Provider
typischerweise der Account nach dreimaliger Fehleingabe gesperrt. Man
benötigt dann den Support des Providers, um den Account wieder zu
öffnen. Klappt also die erste Einwahl nicht, sollte im Router die
Einwahlinfo (Benutzername und Passwort) nochmals eingeben werden.
Benutzerkonten und Shares einrichten
Damit
ein Zugriff auf Shares des Fileservers oder anderer Workstations
funktioniert, müssen in einem Peer-To-Peer-Netzwerk alle Benutzerkonten
auf jedem der Rechner angelegt werden. Z.B. muss das Benutzerkonto
'ameier' auf jedem der Rechner 'WXP01' bis 'WXP05' und dem Fileserver 'FS01'
immer mit demselben Passwort angelegt werden. Bei 5 Benutzern im LAN
und 6 Rechnern, bedeutet dies die Eingabe von insgesamt 30
Benutzerkonten mit Passwörtern. Noch aufwändiger ist die Pflege
der Passwörter. Ändert der Beispielbenutzer 'ameier' sein Passwort, so
muss er sich der Reihe nach auch auf jedem der anderen Rechner im LAN
anmelden und auch dort jeweils sein Passwort ändern. Dabei kann es
natürlich zu Tippfehlern und der damit verbundenen Fehlersuche kommen. In
der Praxis führt dies dazu, dass die Benutzer meist nicht mehr ihre
vereinbarten Passwörter wechseln, um den Aufwand zu vermeiden. Das kann
jedoch im Zuge einer guten Netzwerksicherheit nicht akzeptiert werden. Als
Ausweg bietet sich die zentrale Benutzerkontenverwaltung von Microsoft
Windows auf Basis des Active Directory an. Dies erfordert jedoch den
Einsatz einer teueren Windows 2000 oder 2003 Serverlizenz. Ein
zusätzlicher Rechner ist nicht unbedingt erforderlich, weil das Active
Directory auf dem Fileserver 'FS01' nstalliert werden kann. Dieser
hohe Aufwand in einem Peer-To-Peer-Netzwerk sollte bereits vor der
Implementation eines Netzwerks abgeschätzt und eventuell die
Entscheidung für das 'Active Directory' getroffen werden. Speziell für
kleine Netzwerke bietet Microsof eine sehr preisgünstige Lizenz Small Business Server auf Basis Windows 2000/2003 an. Nach
Einrichtung der Benutzerkonten werden die erforderlichen Shares
(Freigaben) gemeinsam genutzer Verzeichnisbäume eingerichtet.
Zusammenfassung Installation
Die Installation lässt sich über folgende Schritte vornehmen: - Planung des Netzwerkes (verwenden Sie einen Ausdruck dieses Artikels)
- Bestellung DSL-Zugang und DSL-Router beim Provider
- Falls erforderlich Rechner um LAN-Karten nachrüsten, Patchkabel in den erforderlichen Längen kaufen
- Computer mit Servicepacks und Security Hotfixes auf den neuesten Stand bringen, Antiviren-Software und Firewall installieren
- Nach
Freischaltung des DSL-Anschlusses Installation von Splitter, NTBA,
DSL-Router und Switch über sauber verlegte Patchkabel mit den Rechnern
verbinden
- IP-Adresse, Subnetzmaskke, Default-Gateway und DNS-Server an jedem der Computer konfigurieren
- Testen der Netzwerkverbindungen Computer --> Router
- DSL-Router per Weboberfläche konfigurieren
- Testen der Internetverbindungen Computer --> Internet
- Benutzerkonten auf allen Rechnern identisch einrichten
- Erforderliche Shares auf dem Fileserver einrichten
- Dokumentieren!
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