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Anschluss eines Einzelrechners an das Internet Drucken

Für den Privatmann besteht in erster Linie die Notwendigkeit, einen Einzelrechner mit dem Internet zu verbinden. Selbst bei nur einem Rechner müssen die Netzwerk-Richtlinien angewendet werden. Dieser Artikel beschreibt, wie ein einzelner Computer über einen DSL-Router mit dem Internet verbunden wird.

Die Situation stellt sich folgendermassen dar:

Das gezeigte Besipiel geht davon aus, dass die Rechneradresse statisch (nicht per DHCP) zugewiesen wird.

Ein Rechner mit dem Namen 'Workstation1' soll über einen DSL-Router mit dem Internet verbunden werden. Die Anbindung kann ausschliesslich über einen Provider erfolgen (Telekom, 1&1, Strato, Arcor usw.). Bei der Beantragung des DSL-Anschlusses kann in den meisten Fällen der DSL-Router zu einem sehr günstigen Preis mitbestellt werden (siehe Kosten eines DSL-Zugangs http://www.kriwanek.de/content/view/77/58/).

Nach Freischaltung des DSL-Zugangs und Installation von Splitter und DSL-Router muss der Einzelplatzrechner 'Workstation1' mit dem Router über ein Patchkabel (Twisted Pair, RJ45-Stecker) verbunden werden. Im Anwendungsbeispiel ist noch ein zusätzlicher Switch mit eingezeichnet, der später die Erweiterung um zusätzliche Rechner ermöglicht. Dieser Switch (4-Port) ist typischerweise bereits in den DSL-Router integriert, so dass er nicht zugekauft werden muss.

Ausser der Installation der Hardware, die unter der Sektion 'Internet' ausführlich erklärt ist, muss der Rechner für das Netzwerk richtig konfigurert werden.

Die IP-Adresse 217.233.48.121 wird dem DSL-Router jeweils bei der Einwahl vom Provider zugewiesen. Sie wechselt bei jeder Einwahl, bzw. wird bei permanenter Einwahl alle 24 Stunden vom Provider gewechselt.

Adressbereich auswählen

Obwohl nur ein einzelner Rechner angeschlossen werden soll, bildet dieser bereits ein "Intranet" in einem Privathaushalt bzw. Büro. In lokalen Netzwerken (LAN) müssen IP-Adressen nach RFC 1597 verwendet werden, die nicht ins Internet geroutet werden:

Adressen

Klasse

Netze

Hosts pro Netz

10.0.0.0 - 10.255.255.255

Class A

1

16.277.214

172.16.0.0 - 172.16.255.255

Class B

16

65.534

192.168.0.0 - 192.268.255.255

Class C

255

254

Nur so ist eine Abschottung des LANs zum Internet möglich! Prinzipiell kann jeder der drei Bereiche zum Einsatz kommen. Die käuflichen DSL-Router sind aber fast immer in ihrer Werkseinstellung auf das Netz 192.168.0.0 konfiguriert und belegen dort die IP-Adresse 192.168.0.1 (manchmal 192.168.0.254). Damit man den DSL-Router per Weboberfläche konfigurieren kann, muss der Rechner im selben Subnetz liegen. Aus diesem Grund wählen wir das Subnetz 192.0.0 für unser LAN aus. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass der Router die Adresse 192.168.0.1 belegt. Für den Anschluss von Rechnern im LAN stehen damit die Adressen 192.168.0.2 bis 192.168.0.254 zur Verfügung.

Da es sein kann, dass das LAN um weitere Netzwerkgeräte (ISDN-Router, zweiter DSL-Router) erweitert wird, reserviert man die Adressen 192.168.0.2 bs 192.168.0.9 für diese Geräte. Unser Rechner 'Workstation1' erhält dann die Adresse 192.168.0.10. Dies ist gängige Praxis, um Subnetze sauber zu strukturieren - man reserviert gewisse Adressblöcke für Netzwerkgeräte, Server und Workstations. Es ist keine Pflicht, schadet aber auch nicht, ein neues Netzwerk sauber zu planen und aufzubauen.

Gute Praxis ist es auch, jetzt einen Netzwerkplan anzulegen, in den man die einzelnen Geräte und Rechner einträgt. Dies kann in Form handschriftlicher Aufzeichnungen oder eines Excel-Sheets erfolgen. Auch eine kleine Zeichnung (wie im Beispiel) bietet sich an. Hierzu kann man Microsoft Visio verwenden.

IP-Adresse am Rechner konfigurieren

Aus den Planungen für das Netzwerk sind für den Rechner 'Workstation1' vier Informationen verfügbar:

  • IP-Adresse 192.168.0.10
  • Subnetzmaske 255.255.255.0
  • Default-Gateway 192.168.0.1
  • DNS-Server 192.168.0.1

Der Default-Gateway ist immer der Standard-Router, der in andere IP-Netze führt, im Beispiel der DSL-Router. Als DNS-Server trägt man ebenfalls den DSL-Router ein, weil die modernen Geräte automatisch die DNS-Server des Providers ermitteln und interne Anfragen an diese weiterleiten.

Bei Windows XP werden Netzwerkverbindungen über Rechtsklick auf die Netzwerkumgebung konfiguriert:

Im Kontextmenü ist 'Eigenschaften' auszuwählen:

Es werden alle LAN-Verbindungen des Rechners angezeigt. Die zu konfigurierende Verbindung ist mit der Maus doppelzuklicken:

Im sich öffnenden Protokollfenster ist das TCP/IP-Protokoll zu markieren und der Button 'Eigenschaften' zu klicken:

Die geplanten Werte sind im Register 'IP-Einstellungen' --> 'Allgemein' einzutragen:

Im Register 'DNS' ist noch der DSL-Router als DNS-Server einzutragen. Der Rechner erhält noch einen DNS-Suffix, z.B. 'testnetz.local':

Durch Klick auf den 'OK'-Button weden die Eingaben gespeichert, es wird kein Reboot benötigt.

DSL-Router konfigurieren

Per Webbrowser ist nun der DSL-Router zu konfigurieren. Dazu den Internetexplorer öffnen und als Ziel-URL 'http://192.168.0.1' eingeben. Das Konfigurationsfenster öffnet sich. Die Oerfläche ist bei jedem Router etwas anders gestaltet, es müssen jedoch folgende Menüpunkte konfiguriert werden:

  • Benutzernamen für DSL-Einwahl (vom Provider festgelegt)
  • Passwort für DSL-Einwahl (vom Provider festgelegt)
  • DNS-Server automatisch ermitteln - aktivieren
  • DHCP-Server - deaktivieren

Netzwerktest

Jetzt kann man den Internet-Browser aufrufen und eine URL im Web eingeben. Wenn die Webseite erscheint, ist alles in Ordnung. Wenn es Probleme gibt, sollte man strukturierter testen:

  • ping an 127.0.0.1 (Loopback-LAN-Karte)
  • ping an 192.168.0.10 (eigene Workstation-IP)
  • ping an 192.168.0.1 (DSL-Router)
  • nslookup www.microsoft.com (testet DNS-Fähigkeiten)

Wenn es nicht sofort läuft, Ruhe bewahren! Meist handelt es sich um einen kleinen Zahlendreher bei der Eingabe. Alles nochmals überprüfen und testen. Wenn die Einwahl des Routers ins Internet nicht klappt, ist Vorsicht geboten. Hat man bei der Routerkonfiguration ein falsches Passwort eingegeben und macht zuviele Tests, wird vom Provider typischerweise der Account nach dreimaliger Fehleingabe gesperrt. Man benötigt dann den Support des Providers, um den Account wieder zu öffnen. Klappt also die erste Einwahl nicht, sollte im Router die Einwahlinfo (Benutzername und Passwort) nochmals eingeben werden.

Zusammenfassung Installation

Die Installation lässt sich über folgende Schritte vornehmen:

  • Planung des Netzwerkes (verwenden Sie einen Ausdruck dieses Artikels)
  • Bestellung DSL-Zugang und DSL-Router beim Provider
  • Falls erforderlich Rechner um LAN-Karte nachrüsten, Patchkabel in erforderliche Längen kaufen
  • Computer mit Servicepacks und Security Hotfixes auf den neuesten Stand bringen, Antiviren-Software und Firewall installieren
  • Nach Freischaltung des DSL-Anschlusses Installation von Splitter, NTBA, DSL-Router und Switch. Verbinden aller Komponenten über sauber verlegte Patchkabel
  • IP-Adresse, Subnetzmaskke, Default-Gateway und DNS-Server am Computer konfigurieren
  • Testen der Netzwerkverbindung Computer --> Router
  • DSL-Router per Weboberfläche konfigurieren
  • Testen der Internetverbindung Computer --> Internet
  • Dokumentieren!

 

 

Letztes Update ( Montag, 30 Mai 2005 )
 
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