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DHCP: Grundlagen des Dynamic Host Configuration Protocol Drucken

Um Computernetze effektiver und zentral verwalten zu können, müssen Netzwerkkonfigurationen eines Rechners dynamisch geändert werden können. Das statische Konfigurieren von IP-Adresse, Netzwerkmaske und Standard-Gateway direkt am Rechner bedeutet einen enormen Zeitaufwand, wenn Netze mit 2000 oder 3000 Rechner verwaltet werden und Änderungen durchgeführt werden müssen. Zu diesem Zweck kann das Dynamic Host Configuration Protocoll (DHCP) eingesetzt werden.

DHCP ist eine Erweiterung des seit vielen Jahren im Einsatz befindlichen BOOTP-Protocol (UNIX-Welt). Das BOOTP-Protocol gestattet es Rechnern ohne Datenträger, zu starten (booten) und die Netzwerkschnittstelle mit zentral gehaltenen Parametern selbst zu konfigurieren. Die Konfiguration für die Rechner im Netzwerk werden auf den sogenannten DHCP-Servern gepflegt. DHCP-Server können auf den Server-Betriebssystemen Microsoft Windows 2000 und 2003 eingerichtet werden. Die Grundlagen zu BOOTP und DHCP sind in diesen RFC's geregelt:

Im Netzwerkbetrieb unterscheidet man zwischen DHCP-Servern (beinhalten Konfiguration) und DHCP-Clients (Workstations der Benutzer), die sich der DHCP-Informationen bedienen:

Im Netzwerk können statisch konfigurierte Clients (feste IP-Informationen) und DHCP-Clients kombiniert werden. Mit dem DHCP-Protocol können nicht nur die IP-Informationen eines Client übermittelt werden, sondern noch zusätzliche Konfigurations-Parameter des Netzwerks:

  • IP-Adresse
  • Sunetz-Maske
  • Default-Gateway
  • WINS-Server
  • DNS-Server

Funktionsweise Adresszuteilung

 

Jedes Mal, wenn ein Rechner, der für DHCP-Verwendung konfiguriert wurde, gestartet wird, fordert er per Broadcast (Rundfunk) IP-Informationen von einem DHCP-Server im Netzwerk an (Schritt 1).

 

Der DHCP-Server, der eine Anforderung von einem Klienten erhält, wählt eine IP-Adresse aus einem vorkonfiguriertem Pool aus und bietet sie dem Client an (Schritt 2). Akzeptiert der Client das IP-Angebot eines der Server (Schritt 3), wird im die Adresse für einen vom Administrator vordefinierten Zeitraum zugeteilt (Schritt 4). Der Client initialisiert seine LAN-Schnittstelle mit den Parametern und kann ab diesem Moment im Netzwerk Daten austauschen. Der DHCP-Server markiert die vergebene IP-Adresse in seiner internen Datenbank, damit sie nicht mehr an einen anderen Client vergeben werden kann.

Sind im Pool des DHCP-Servers keine Adressen mehr frei, kann der Client seine Netzwerkschnittstelle nicht initialiseren. Der Administrator kann diese Fehlerquelle ausschliessen, wenn er die DHCP-Server regelmässig kontrolliert.

Befinden sich mehrere DHCP-Server im Netzwerk, gibt jeder der Server ein Angebot ab. Der Client entscheidet sich für das Anebot, das er am schnellsten erhält.

Der DHCP-Datenverkehr basiert auf Broadcasts im eigenen Subnetz. Befindet sich der DHCP-Server in einem anderen Subnetz als der DHCP-Client, bekommt er keine IP-Adresse, weil der Bradcast-Traffic am Router ausgefiltert wird. Switches bilden kein Hindernis, weil sie Rechner desselben Subnetzes verbinden und Broadcasts weiterleiten:

Um dieses Problem zu umgehen, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Alle Clients und der DHCP-Server befinden sich im selben Subnetz. Dies ist nur bei sehr kleinen Netzen sinnvoll.
  • Es wird ein IP-Router eingesetzt (und entsprechend konfiguriert) der DHCP-Broadcasts weiterleitet (RFC 1542-kompatibel) 
  • Im Subnetz, in dem sich die Clients befinden, wird ein Rechner mit dem DHCP-Relay-Agent installiert, der Broadcasts in seinem Subnetz in TCP/IP-Pakete umwandelt und zum DHCP-Server weiterleitet. Der DHCP-Relay-Agent ist also ein bidirektionaler Umwandler von Broadcasts in zielgerichteten IP-Verkehr.

Verwendung von DHCP im SOHO-Bereich (kleine Netze)

DHCP stellt auch für Privatnetze und kleine Firmen eine gute Möglichkeit für eine stressfreie Konfiguration dar. Die meisten DSL-Router bieten einen DHCP-Server an, der sehr einfach über eine Weboberfläche zu konfgurieren ist. Damit entfällt die Notwendigkeit, eine teure Windows-Server-Lizenz einsetzen zu müssen.

Beachten Sie bitte, dass Domain Controller keine DHCP-Klienten sein dürfen, sondern eine statische IP-Adresse besitzen müssen!

 

Letztes Update ( Montag, 04 Februar 2008 )
 
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