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Rechneruhren über Zeitserver synchronisieren (NTP-Protokoll) Drucken

Windows-Netzwerke mit Domain-Controllern reagieren bei der Replikation des Active Directory sehr empfindlich, wenn die Rechneruhren der DC's zu stark voneinander abweichen. Auch am privaten PC ist es sehr hilfreich, immer die exakte Uhrzeit eingestellt zu haben. Es gibt eine sehr einfache Möglichkeit, Windows-Rechner mit einer Atomzeituhr im Internet zu synchronisieren.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung, um die Uhrzeit zu synchronisieren:

  • Händischer Abgleich mit Telefonansage oder Radio (Beginn Nachrichtensendung)
  • Erweiterung eines Rechners um eine DCF77-Funkuhr (empfängt das Braunschweiger Atomuhrsignal)
  • Erweiterung des Rechners um einen GPS-Empfänger (Global Positioning System)
  • Synchronisation mit Zeitservern im Internet

Die Synchronisation mit einem Zeitserver im Internet ist die bequemste und billigste Methode, benötigt aber einen permanenten Internetzugang (möglichst mit Flatrate). Bei Anbindung über Modem, ISDN-Modem oder DSL ohne Flatrate kann die Einwahl durch den Windows-Zeitdienst zu einer starken Kostensteigerung führen.

 

Der Windows Zeit-Service

Microsoft Windows hat einen Dienst (Service) laufen, der sich permanent um den Abgleich der internen Rechner-Quarzuhr mit einer Zeitquelle kümmert. Dieser Dienst beruht je nach Version von Windows auf unterschiedlichen Protokollen:

  • SNTP-Protokoll --> Windows 2000
  • NTP-Protokoll --> Windows 2003, Windows XP

Die Protokolle sind kompatibel, deshalb ist es möglich, Rechner mit unterschiedlichen Betriebssystemversionen in einer gemischten Umgebung zur Zeitsynchronisation zu betreiben.

Computer mit Windows XP Home Edition oder Windows XP Professional ohne Domänenzugehörigkeit sind nach ihrer Installation zur Synchronisation auf den Zeitserver von Microsoft (time.windows.com) eingerichtet (womit wir wieder beim Zugriff aufs Internet wären - Kosten!). Wenn der Internetzugriff für Sie kostenmässig erträglich ist (DSL mit Flatrate), müssen Sie auf diesen Rechnern nichts ändern.

Alle Windows-Rechner, die Mitglied einer Domäne sind, beziehen ihre Uhrzeit automatisch vom Domänen-Controller. Dies ist immer der erste installierte Domain Controller. Dieser DC trägt die Rolle des PDC Emulators. In einer Single Domain Umgebung wird der DC damit zur von allen Rechnern verwendeten Zeitquelle.

In einer Multi Domain Umgebung synchronisiert sich jeder Rechner auf den DC seiner eigenen Domäne und die DC's der untergeordneten Domänen mit den DC's der Forest Root Domain. Der höchste Rechner in der Domänen-Hierarchie, der Domain Controller mit der PDC Emulator Rolle, wird damit zur verlässlichen Zeitquelle für alle Domänen und die darin enthaltenen Rechner. Dieser DC sollte seinerseits seine Uhrzeit von einer Atomzeituhr beziehen. Hierzu bietet sich wiederum das Internet an.

 

Zielserver des Zeit-Service abfragen

Der verwendete Zeitserver kann jederzeit über die Kommandozeile abgefragt werden:

net time /QUERYSNTP

liefert den FQDN des Zeitservers zurück.

 

Zeitserver vorgeben

Der 'net time'-Befehl wird auch dazu verwendet, den Zeitserver permanent abzuändern. Zuerst muss der Zeit-Dienst gestoppt werden, dann setzt man den neuen Zeitserver und startet den Zeitdienst anschliessend neu:

net stop w32time
net time /SETSNTP:time.windows.com
net start w32time

Bei dem Neustart des Zeitdienstes werden die vorgenommenen Änderungen aktiviert.

 

Liste der Zeitserver

Eine Liste verwendbarer Zeitserver ist etwas schwierig zu finden. Da sich viele Anwender und Administratoren mit der genauen Atomzeit versorgen wollen, brechen die öffentlichen Zeitserver unter der Anfragenflut fast zusammen. Diverse Anbieter nehmen deshalb ihre Zeitserver vom Netz. Desshalb sollte man auch die extern synchronisierten Rechner öfters üerprüfen, ob der Zeitserver noch antwortet (Event Log).

Ein Server ist immer verfügbar: time.windows.com

time.windows.comZeitserver von Microsoft für Windows-Rechner
ptbtime1.ptb.dePhysikalisch Technische Bundesanstalt: http://www.ptb.de/de/org/q/q4/q42/ntp/ntp_main.htm
ptbtime2.ptb.dePhysikalisch Technische Bundesanstalt: http://www.ptb.de/de/org/q/q4/q42/ntp/ntp_main.htm

 

Ports & Firewall

Wenn Ihr Netzwerk über eine Firewall mit dem Internet verbunden ist, müssen Sie folgende Ports öffnen:

Für NTP   -->  Port UDP-123
Für SNTP -->  Port UDP-123

 

Weiterführende Informationen

Letztes Update ( Sonntag, 29 Mai 2005 )
 
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